30 Juli 2006

Reisepraxis


Die Kunst der Bildkomposition

Wer als Reisejournalist arbeitet und versucht hat, seine Fotos zusammen mit Reiseberichten zu veröffentlichen, der dürfte wohl bei seinen Kontakten mit den Fotoredaktionen immer wieder auf einen Begriff gestossen sein: Die Bildkomposition.
Natürlich können auch wir von Weltreiseforum keine Meisterfotographen heranzüchten, aber ein paar Tipps, was Fotoredaktionen wünschen, kann helfen, sowohl für sich selber als auch für mögliche Publikationen bessere Fotos zu schiessen.
Zunächst mal steht ausser Frage, dass
Menschen das Zentrum von tragenden Bildern zu sein haben. Kaum jemand kauft einem ein Bild einer leeren Landschaft ab, sei diese noch so schön. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob diese ins Bild schauen oder nicht, sie müssen nicht einmal scharf sein. Menschen bringen leben und Kultur in Ihre Reisefotographien. Auf sie zu verzichten hiesse ein tragendes Element der Kultur verzulassen.
Die Bildkomposition selber beruht in zweierlei Hinsicht auf einer Dreierteilung des Bildes. Zunächst einmal auf der Ebene des Bildes. So gibt einen Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Mittelgrund ist das

was fokusiert wird (also scharf). Der Hintergrund ist praktisch immer natürlich vorhanden; hier lässt sich kaum was falsch machen. Viele vernachlässigen allerdings den Vordergrund, also das, was näher als die Brennweite ist. Das ist schade, denn damit lässt sich sehr leicht Tiefe ins Bild bringen. Zum Beispiel ein paar unscharfe Gräser oder der Blick durch eine offene Tür kanalisieren nicht nur den Blick besser und bieten eine grössere Tiefe, sondern sie geben noch eine zusätzliche Information zum Standort des Fotographen.
Weitere Dreigliederungen gibts es in den anderen Dimensionen. Um hier zu helfen haben diverse Kameras bereits kleine Gitter im Sucher eingebaut, welche den Sucher in neuen gleich grosse Teil schneiden. In der Regel gibt es die schöneren Fotos, wenn sich der Hauptteil auf einer dieser Achsen befindet. Zum Beipiel die Augen auf der oberen waagrechten Linie, der Horizont auf der unteren, die fotographierte Person oder ein grosser Baum auf der linken usw. Bilder, bei denen die Person einfach in der Mitte steht, können zwar durchaus auch ihren Reiz haben, werden allerdings oft als “stümperhaft” betrachtet.

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